Weltweit immer mehr Waffen

Auf 1.917.000.000.000 Dollar beliefen sich die weltweiten Militärausgaben 2019, 1,9 Billionen. Ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und damit der höchste jährliche Anstieg seit dem vergangenen Jahrzehnt. Wurden pro Kopf der Weltbevölkerung 249 Dollar (2018: 243 Dollar) für militärische Ausrüstung ausgegeben, bekam die öffentliche Entwicklungshilfe mit 21,83 Dollar weniger als ein Elftel davon. Dem am Montag veröffentlichtem diesjährigen „Global Military Expenditure"-Rapport des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri ist auch zu entnehmen, dass wie immer in den mehr als drei Jahrzehnten, in denen Sipri solche Berichte publiziert, die USA mit weitem Abstand die Liste der Aufrüster anführen. 2019 standen sie allein für 732 Milliarden Dollar und damit 38 Prozent der globalen Militärausgaben. Die Steigerung führt Sipri vor allem auf die Rekrutierung von zusätzlich 16.000 Soldaten und die laufende Modernisierung des konventionellen und atomaren Waffenarsenals der USA zurück. - Quelle: http://www.taz.de

Tschernobyl

Am 26. April 1986 explodierte der Atomreaktor von Tschernobyl. Die dabei freiwerdende radioaktive Strahlung kostete in den folgende Jahren hunderttausende Menschenleben. Das Umfeld des Reaktors, der inzwischen von einem gigantischen dicken Stahlmantel umhüll ist, bleibt nach wie vor ein hochverseuchtes Gebiet. Die kürzlich ausgebrochene Waldbrände haben die dortige Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Seit Jahrzehnten ist die grüne Wählergemeinschaft nicht nur in Marl, sondern auch darüber hinaus die einzige politische Organisation, die immer wieder darauf hinweist, dass Tschernobyl als symbolgewordenes Ereignis für die todbringende Bedrohung durch die Atomkraft nicht vergessen werden darf und uns allen eine Mahnung sein sollte. Das Foto zeigt Mitglieder der grünen WG bei einer Protestaktion in Gronau, wo sich eine Uranaufbereitungsanlage befindet, die trotz deutschem Atomausstieg ausländische Reaktoren mit Brennelemente versorgt.

Neuansatz für Kreislaufwirtschaft

Die interdisziplinäre Leopoldina-Forschergruppe spricht sich in ihrer dritten Ad-hoc-Stellungnahme ab dem Zeitpunkt des Abklingens der Pandemie unmissverständlich für eine Wirtschaftsweise aus, die sich stärker als je zuvor an der Nachhaltigkeit orientiert und sieht „hierin enorme Potentiale für die wirtschaftliche Entwicklung. Wir sollten nicht einfach eine Wiederherstellung des vorherigen Zustands anstreben, sondern Lehren für die Zukunft ziehen. Dazu gehört der Aufbau einer klimafreundlichen Wirtschaftdie wesentliche Impulse setzt für Innovation, Beschäftigung und Wachstum. Dazu gehört unter anderem die umgehende Einführung eines Preises für den Verbrauch von fossilem CO2. Gerade der Umgang mit Kunststoff ist ein Beispiel überkommener, das heißt linearer Bewirtschaftung von Ressourcen. Er wird weit überwiegend genutzt und dann als Abfall entsorgt. Es fehlt immer noch der Wille, in die Kreislauffähigkeit von Kunststoff zu investieren. Dabei sind die Zusammenhänge offensichtlich: Faktoren wie der Raubbau an den natürlichen Ressourcen und die folgende Zerstörung von Ökosystemen, der Klimawandel sowie die weltweite Verstädterung und Mobilität tragen wesentlich zum Ausbruch von Epidemien und Pandemien bei, heißt es in der Stellungnahme der Leopoldina Forschergruppe. - Mehr zum Thema unter: https://recyclingportal.eu/Archive/55547

Bleibt das Klima auf der Strecke?

Wie geht es weiter mit der Wirtschaft nach der Corona-Krise? Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält in dieser Frage derzeit eine Menge Post. Schon jetzt ist klar, dass die Wirtschaft nach der Krise nicht von alleine auf die Beine kommen wird. Nach Überbrückungshilfen wie Zuschüssen, staatlichen Krediten und Kurzarbeitergeld wird es ein milliardenschweres Konjunkturpaket geben müssen. Nur: Was genau sollen diese Milliarden anreizen? Um die Antwort entbrennt in diesen Tagen eine Lobbyschlacht in Berlin. Am Montagnachmittag ging nach Informationen der Süddeutschen Zeitung ein Aufruf von Wirtschaftsverbänden, Unternehmen und Umweltschützern bei der Kanzlerin ein. Ihre Forderung: Entscheide die Regierung über Konjunkturpakete, solle sie vor allem den Kampf gegen eine andere Krise in den Blick nehmen, die des Klimas. - Quelle: http://www.sueddeutsche.de - Lesen Sie weiter, welche Interessen im Spiel sind!

796,08 Quadratkilometer Regenwald

Von der Corona-Weltöffentlichkeit unbeachtet, schreitet die Umweltzerstörung in Brasilien voran. Die Regierung tue nichts, sagen Kritiker:innen. Auch in Brasilien gibt es derzeit kaum ein anderes Thema als Corona, außer vielleicht die zwanzigste Staffel der extrem populären TV-Show Big Brother Brasil. Und so kommt es, dass eine Meldung untergeht, die im letzten Jahr noch für Empörung gesorgt hätte: Die Abholzung des Amazonas hat erneut traurige Rekordwerte erreicht. In den Monaten Januar, Februar und März 2020 wurden 796,08 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt – ein Anstieg um 51,45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das sind die höchsten Werte seit dem Beginn der Erfassungen, die seit 2015 durch die Raumfahrtbehörde INPE vorgenommen werden. Per Satellit kann die Behörde Abholzungen und Brandrodungen erkennen. - Quelle und mehr: http://www.taz.de