5,4 Millionen Euro für die Rathaussanierung

Die Stadt Marl erhält vom Land NRW in diesem Jahr 5,4 Millionen Euro für die Sanierung des Rathauses. Das Geld stammt aus dem Städtebauförderungsprogramm. Die Förderung steht unter dem Vorbehalt einer positiven Stellungnahme der Kommunalaufsicht. Mit dem Geld soll im vierten Bauabschnitt der Sitzungstrakt saniert und die gebäudenahen Außenanlagen gestaltet werden. Auch das Stadtteilmanagement und der Planungsbeirat werden gefördert. Wie berichtet, - Quelle: homepage der Stadt Marl, dort auch weitere Infos.

 

Das Jahnstadion ist immer noch unersetzlich

Folgenden Leserbrief schickten Almuth und Hartmut Dreier an die Lokalredaktion der Marler Zeitung bezugnehmend auf die Serie "Straßen in Marl" hier Otto Hue Straße. Leider wurde der Brief bisher nicht abgedruckt. Deshalb die Veröffentlichung auf unserer Seite :

"Was leider fehlt ist das Jahnstadion, was seit 2007 von dem sehr aktiven Sportverein Sly Dogs e.V. betrieben wird - immer mit der Verlängerung des Nutzungsvertrages seitens der Stadt, alle zwei Jahre. Was dieser ehrenamtlich betriebene Verein Sly Dogs aus dem Jahnstadtion gemacht hat, ist vorbildlich. Sie pflegen Grund und Boden (der z.T. mit Altlasten belastet ist, so dass Sly Dogs kraft Hinweise der Stadt dort nur 1 1/2 Spaten tief Löcher graben darf). Sly Dogs betreibt eine aktive Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und sie richten sportliche Turniere mit Sportvereinen auch aus anderen europäischen Ländern aus.Das ist gut für den Ruf von Marl in Europa. Sie nutzen die Sozialräume im Untergeschoss der benachbarten Realschule. Diese konnte in diesem Schuljahr mit den bekannten Corona-Einschränkungen auf das Jahnstadtion ausweichen für Unterricht in Sport und im Freien überhaupt. Das Jahnstadtion ist also weder ungenutzt noch verwildert.Die archiektonisch berühmte Tribüne ist nicht marode sondern deren Ketten müssen nur mal mit Rostschutzfarbe gestrichen werden.Die Sly Dogs, so aktiv wie sie sind, würden auch das der Stadtverwaltung abnehmen, sobald sie dort auf Dauer bleiben können. Das Jahnstadion ist sogar Olympia-tauglich für diese Sportart Baseball, als Austragungsort der Olympischen Spiele in 2032, wenn sie ins Ruhrgebiet kommen.

In Corona-Zeiten muss jede Schule froh sein über Freiflächen zum Unterricht in frischer Luft gleich nebenan. Und die Firma Fakt AG kann gut woanders in Marl bauen, warum nicht im früheren Gerhard Jüttner Stadion?

Herzliche Grüße Ihre Almuth und Hartmut Dreier"

Rote Karte von der Landesregierung

Bislang wurde die Unrechtmäßigkeit des rigorosen Kahlschlags durch 'Wald und Holz' im Naturschutzgebiet 'Die Burg' von den verantwortlichen Behörden (Stadt, Kreis, Bezirksregierung) konstant bestritten. Die Grüne Wählergemeinschaft hatte, unterstützt vom NABU, Protest eingelegt und sogar eine Petition bei der EU als zuständige Behörde für FFH-Gebiete eingereicht - und diese in der letzten Woche noch einmal wiederholt. In den letzten Tagen erreichte die Wählergemeinschaft ein Schreiben des Landesregierung. Darin entschuldigte sich die zuständige Bearbeitungsstelle dafür, dass sie es versäumt hatte, die Zustellung auf die Beschwerde an die WG als Beschwerdeführererin abzuschicken. In dem Bescheid wird klipp und klar dargestellt, dass bei der Rodungsaktion eine ganze Reihe von Vorschriften unbeachtet geblieben sind, die überhastete Aktion demnach unzulässig und vom Umfang her völlig unangemessen gewesen sei. Der Kreis wurde zu einer umgehenden Wiederaufforstung aufgefordert, hat auch schon damit begonnen, verhandelt aber noch mit der Landesbehörde, um die Verpflichtung auf das Dreifache der verordneten Wiederaufforstungsfläche noch zu reduzieren. Auf Nachfrage im Planungsausschuss erklärte die Baudezernentin, der auch das städtische Planungs- und Umweltamt unterstellt ist, das Schreiben der Landesregierung sei ihr nicht bekannt.

Frischmarkt gammelt vor sich hin

 

Der Bebauungsplan an der Holbeinstraße in Alt-Marl ist von der Ratsmehrheit gegen die Bedenken nicht nur von Anwohnern, sondern auch aus den Reihen der Politiker verabschiedet worden. Der Investor, der nun nicht mehr zur Verfügung steht - er soll Insolvenz angemeldet haben - hatte den Bau einer Kita in Aussicht gestellt, aber gleichzeitig seinen Projektvorschlag an Wohnungsbaumaßnahmen gekoppelt. Letztere hätten die weitgehende Abholzung von Baumbestand zur Folge gehabt. U.a. daran entzündete sich der Widerstand gegen das Vorhaben. Vielleicht wäre es nun eine sinnvolle Alternative, darüber nachzudenken, den Bebauungsplan aufzuheben und die Verwaltung zu beauftragen, die gesamte Fläche in eine Grünanlage umzuwandeln, ein Vorgehen, was für Marl etwas Neues wäre und der Stadt angesichts des von ihr selbst ausgerufenen Klimanotstandes gut zu Gesicht stehen würde.

Wählergemeinschaft antwortet

Zu Beginn der Sommerferien erreichte die Wählergemeinschaft Die Grünen ein Schreiben der BI zum Erhalt des Jahnstadion-Waldes. Sie äußerten ihr Unverständnis über die "abenteuerlichen" Statements des Investors Hubert Schulte - Kemper und mahnte Stellungnahmen der Politik und der Verwaltung an. Unter Anderem wurde auch die Frage gestellt, warum die Verwaltung eine "Große Lösung" bevorzugt, die große Teile des Jahnwaldes zerstören wird, obwohl der Investor kein Interesse daran hat. Auch die besondere Situation nach Ausrufung des Klimanotstands wurde in Erinnerung gerufen. Hier die Antwort der Wählergemeinschaft Die Grünen :

Lieber Peter!

Nun komme ich endlich dazu für die Wählergemeinschaft Die Grünen zu eurem Schreiben von Beginn der Sommerferien Stellung zu nehmen. Unsere Haltung zur Bebauung des Jahnstadions und des Waldes dürfte hinreichend bekannt sein, ich glaube, keine Fraktion hat sich in den Fachausschusssitzungen sowie in den Sitzungen des Rates so eindeutig positioniert wie unsere Fraktion. Außerdem gab es und gibt es immer noch einen regen persönlichen Meinungsaustausch zwischen der BI und der Wählergemeinschaft. Zu euren Fragen im Einzelnen :

Abgesehen von unserer ablehnenden Haltung zur Bebauung des Jahnstadions, stoßen die Planungen der Verwaltung, die Baupläne der FAKT-AG zur Otto-Hue-Straße zu erweitern auf unser völliges Unverständnis. In Zeiten des Klimanotstandes Bebauungsabsichten eines Investors, nach seinen Aussagen auch gegen seine Interessen, noch zu erweitern und zu vergrößern ist absolut nicht hinnehmbar. Auf unsere Nachfrage im Rat erklärte Frau Baudek für die Verwaltung, dieses sei eine „Sinnvolle städtebauliche Ergänzung“. Wir haben deutlich gemacht, dass wir auch unabhängig von einer Bebauung des Jahnstadions, diese Pläne ablehnen. Das heißt, sollte eine Bebauung des Stadions nicht zu verhindern sein, gilt es aber, mit allen Möglichkeiten diese Bebauung des Waldes zu verhindern.

Die öffentlichen Aussagen von Herrn Schulte-Kemper überraschen und verwirren immer wieder. Da aber in erster Linie immer wieder die Verwaltung durch seine Aussagen angesprochen wird und betroffen ist, erwarten auch wir endlich mal wieder einen genauen Sachstandsbericht und Antworten zu den Von HSK aufgeworfenen Fragen und Vermutungen. Wir werden mit Anträgen und Anfragen weiterhin eure Bemühungen unterstützen, und werden als parlamentarischer Arm weiterhin tätig werden.

Das Verwirrspiel um den (noch) gültigen Regionalplan ist auch für uns nicht immer nachvollziehbar. Genutzte Sportstätte – ungenutzte Sportstätte, keine Bebauungsmöglichkeit – Bebauungsmöglichkeit , oder unabhängig vom Regionalplan die Vereinbarungen des Optionsvertrages, der Kaufpreis, die Ausschreibung – alles beinhaltet mehr Fragezeichen als Antworten. Wir gehen davon aus, das dieses Thema auf den Tagesordnungen der nächsten Sitzungen kommt, und wir dann vielleicht etwas mehr Klarheit bekommen.

Zu euren allgemeinen Fragen, ob man in Zeiten des Klimawandels und Klimanotstandes noch an so einem Bebauungsprojekt festhalten sollte, sagen wir, dass dieses Projekt absolut nicht in die heutige Situation und Zeit passt. Wir würden es begrüßen, wenn die Planung nicht weiter verfolgt würde, und wir glauben auch nicht, dass irgendjemand „sein Gesicht verliert“, wenn man diese Bebauungsabsicht nicht weiter verfolgt. Andere Flächen sind sicherlich geeigneter, die von euch ins Gespräch gebrachte Alternative in unmittelbarer Nähe, scheint eine wirkliche Alternative zu sein.

Ich hoffe, euch mit unseren Aussagen weiter geholfen zu haben, sind noch Fragen offen, könnt ihr euch jederzeit an uns wenden. Am 2. September beginnen auch nach der Sommerpause die regelmäßigen Fraktionssitzungen wieder, ihr seid wie bisher immer herzlich eingeladen, mit uns zu diskutieren.

Mit grünen Grüßen

Johannes Westermann
(Fraktionsgeschäftsführer WG Die Grünen Marl)