Marl soll wieder fahrradfreundlich werden

Von dem derzeit bekanntesten Marler Radfahrer Ludger Vortmann angeführt will die unabhängige Initiative „Radler-Stammtisch" Marl als Fahrradstadt wieder stark machen – durch ein Bürgerbegehren, für das sie Unterschriften sammelt. Ein erstes starkes Signal setzte sie im Gemeindezentrum St. Josef. Dort begeisterte sie 140 Marler für ihr Vorhaben. Den Titel „Fahrradfreundliche Stadt" hat Marl schon vor sechs Jahren verloren. Beim Fahrradklima-Test des ADFC gehört sie zu den Schlusslichtern, die Bürger gaben ihr die Note „Vier minus". Zeit, umzusteuern, meint der „Radler-Stammtisch". - Lesen Sie mehr dazu in der "Marler Zeitung " unter http://www.24vest.de

Obwohl unserer Welt mehr und mehr die Luft ausgeht und das Gebot der Stunde eigentlich heißen sollte, alles Menschenmögliche zu tun, um die fortschreitende Atemnot zu mildern, handeln die in der Marler Verwaltung Verantwortlichen und die überwältigende Mehrheit der von der Bürgerschaft gewählten politischen Vertreter immer noch und immer wieder so, als ob uns mehrere Welten zur Verfügung stehen. Um einem Investor in einem weiteren Lebensmitteldiscounter im - besser am - Marler Stern die Anfahrt der motorisierten Kundschaft zu ermöglichen, wir ein fußgänger- und radfahrerfreundlicher Bereich in eine Motormeile umgewandelt.

Allee soll autofrei bleiben

Mit Erschrecken konnte man in den letzten Tagen beobachten, wie im Auftrag des bekannten Investors vor dem ehem. Karstadtgebäude am Marler Stern die Baumaßnahme zur Errichtung von ca. 100 Parkplätze begonnen wurde. Während in anderen Städten der Autoverkehr aus den Innenstädten heraus gedrängt wird, macht Marl die Rolle rückwärts zur autogerechten Stadt. Ein Schildbürgerstreich, der von allen Parteien gegen den alleinigen Widerstand der Grünen Wählergemeinschaft beschlossen wurde. Um unseren Protest gegen diesen städtebaulichen Unsinn auszudrücken, lädt die Grüne Wählergemeinschaft alle interessierten Bürger zu einer Aktion ein.

Montag, 4. Februar 2019, 16. 00 Uhr

an der Kreuzung Josefa-Lazuga-Allee / Adolf-Grimme-Str.

DIE ZERSTÖRUNG DES CREILER PLATZES

Einen Schildbürgerstreich planen die Fraktionen im Rat der Stadt Marl mit dem Rathausplatz. Dort wo bisher die Bürger spazieren gehen, Kinder und Jugendliche
spielen, politische Veranstaltungen stattfanden (z.B. Pulse of Europe, Demo für Charlie Hebdo) soll künftig ein Parkplatz für 50 Autos entstehen und der Autoverkehr soll durchfließen.

Während man in anderen Städten den Autoverkehr aus den Innenstädten herausdrängt, will Marl die Rolle rückwärts in das Zeitalter der autogerechten Stadt machen. Auch sollen voraussichtlich Bäume an einer über 60 Jahre alten Alleestrasse, der Josefa-Lazuga-Strasse gefällt werden, die bisher autofrei war. Der Skulpturenpark rund um den Citysee, der bundesweite Beachtung in den überregionalen Blättern erfährt, wird eingeschränkt und in seiner Aura zerstört. Der bürgerfreundliche und soziale Charakter des wichtigsten Platzes in Marl geht verloren und wird den Profitinteressen der Investoren geopfert.

Auf dieser Basis wollen der Bürgermeister und die Fraktionen pro Investor entscheiden und gegen die Bürgerinteressen, den Creiler Platz in seiner jetzigen Struktur zu erhalten. Der Investor handelt legitim, sein Primärinteresse ist es, Rendite zu erzielen für das investierte Kapital.
Warum die Ratsmitglieder der Mehrheitsfraktionen, die dem Gemeinwohl verpflichtet sind, den losen Versprechungen eines Investors folgen, lässt sich mit Vernunftargumenten kaum nachvollziehen.
Man möchte ihnen mit Immanuel Kant zurufen:
"Habe Mut und bediene dich deines eigenen Verstandes!"

Im Stadtplanungsausschuss stellte einer der Investoren diese Pläne vor. Widerspruch gab es nur vom Vertreter der Wählergemeinschaft Die Grünen. Alle anderen Fraktionen hatten keine Einwände.

Kritik nur von der Wählergemeinschaft

Hubert Schulte-Kemper, einer der Investoren des Umbaus der City, stellte im Stadtplanungsausschuss seine Pläne vor. Die Wählergemeinschaft begrüßte die Umbaupläne im Marler Stern, kritisierte aber die Erstellung von 50 Parkplätzen auf dem Creiler Platz und die damit verbundene Befahrbarkeit des Platzes und der Josefa-Lazuga-Straße. Johannes Westermann begründete, dass man damit die Aufenthalts - und Erholungsqualität rund um dien Citysee erheblich einschränke. Leider blieb er mit dieser Kritik gänzlich alleine. "Parkplätze vor dem Haus sind erforderlich. Das ist einfach so.",  erklärte der Bürgermeister. Während die SPD einige Fragen zum Verfahren stellte, und die Fraktion von Bündnis 90 über eine Ausweitung der Videoüberwachung nachdachte, schwiegen die anderen Fraktionen.