01.06.2015

Architektur-Experten appellieren an Marler Politiker: Das Rathaus als Symbol für Weltoffenheit und Internationalität erhalten 

Mit großer Bestürzung haben Teile der internationalen Fachwelt erfahren, dass der Abriss des berühmten Rathauses von Hendrik van den Broek und Jacob Berend Bakema ernsthaft in Erwägung gezogen wird. Wir erinnern uns: Das 1967 in Marl erbaute Gebäude ging aus einem internationalen Wettbewerb hervor, an dem neben den Wettbewerbsgewinnern Arne Jacobsen, Alvar Aalto und Hans Scharoun beteiligt waren. Internationalität, Weltoffenheit und Demokratisierung waren die Leitideen, denen sich die gerade erst gegründete Stadt verschrieben hatte. Entsprechend modern sollte sich ihre neue Mitte darstellen. Das niederländische Architekturbüro entwarf hierzu eine neue Stadtkrone, deren architektonischen und städtebaulichen Qualitäten unbestritten sind. Entsprechend groß ist bis heute die Wertschätzung des Gebäudes, das vor einiger Zeit völlig zu Recht unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Unterzeichner dieses Briefes verfolgen daher mit großer Sorge die einseitige Diskussion über die Zukunft dieses Gebäudes. Wir fordern die Verantwortlichen auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um dieses einmalige Zeugnis der Nachkriegsmoderne zu erhalten. 

Dr. Martn Bredenbeck, Werkstatt Baukultur Bonn/Prof. Dirk van den Heuvel, TU Delft, Jaap Bakema Study Centre, Rotterdam/Dr. Esther Cleven, Klassik Stiftung Weimar/Dr. Rixt Hoekstra, Goethe-Universität Frankfurt a.M./Oliver Elser, Kurator Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt a. M./Prof. Kathleen James-Chakraborty, University College Dublin/Babutsa Kurtanidze, Architektin/Martin Neubacher, Werkstatt Baukultur Bonn/Dr. Kornel Ringli, Architekt, Zürich/Prof. Carsten Ruhl, Goehte-Universität Frankfurt a.M./Peter Cachola Schmal, Direktor Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt a.M.