11.10.2016

 

Keine Gefahr für Wasserqualität - Gelsenwasser hat Gefährdungspotential im Griff 

Die insgesamt positive Botschaft, die der Leiter Wasserwirtschaft bei der Gelsenwasser AG Ulrich Peterwitz im Gespräch mit der Grünen Wählergemeinschaft mitbrachte, war die Mitteilung, dass trotz einiger negativer Rahmenbedingungen die Qualität des Trinkwassers garantiert werden kann. Bei dem Gespräch wurden die Bereiche Fracking, Bergbaufolgen und allgemeiner Gewässerschutz ebenso angesprochen wie die gerade in letzter Zeit in der öffentlichen Diskussion aktualisierte Problematik der Altlasten bei der ehemaligen WASAG.

Nach neuesten Berechnungen werden die hochgiftigen TNT-Einträge bei der WASAG das Grundwassereinzugsgebiet von Gelsenwasser frühestens 2042 erreichen. Nach Aussagen von Gelsenwasser können die durch die Ausbreitung des Grundwasserschadens auf die Talsperre Haltern zuströmenden Rückstände durch den Einsatz von Aktiv-Kohle restlos herausgefiltert werden. Eine gesundheitliche Gefährdung kann deshalb heute und in Zukunft ausgeschlossen werden.

 

Iin den Wasserschutzgebieten und Einzugsgebieten der Trinkwassergewinnung von Gelsenwasser in Haltern sind nach dem jetzigen Stand der Regelungen für Fracking keine Gefährdungen zu erwarten, da Fracking dort nun mehr gesetzlich verboten ist.

Auf die auch vom Rat der Stadt mit Unverständnis aufgenommene durch die zuständige Bergbehörde Arnsberg erteilte Aufsuchungsgenehmigung im Bereich Sickingmühle hat Gelsenwasser reagiert und mit der Regierungspräsidentin Ewert und der Bergbehörde gesprochen. Bekanntlich hatte ja der Rat in einer Resolution scharf dagegen protestiert. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass weder in noch unter den Wasserschutzgebieten eine Gasbohrung zugelassen wird.

Bezüglich einer möglichen Oberflächengewässergefährdung durch PCB-Rückstände bei Flutung ehemaliger Abbaugebiete von Steinkohleförderbereichen ist keine Betroffenheit von Gelsenwasser gegeben, weil sich keine Grubenwassereinleitungen im Einzugsgebiet des Wasserwerks Haltern befinden.

Bei den durch die Landwirtschaft gegebenen Einträgen ins Grund- bzw. Oberflächenwasser sind Glyphosat und Nitrat die Stoffe, von denen grundsätzlich eine Gefährdung der Trinkwasserqualität ausgehen kann. Dazu erklärte Ulrich Peterwitz, dass von Glyphosat im Einzugsgebiet der Talsperren Haltern und Hullern keine Beeinträchtigung ausgehe; die gemessenen Gehalte seien sehr gering und daher unbedenklich. Anders sieht die Situation bei Nitrat beispielsweise in der Hohen Mark aus. Dort werden in einigen Brunnen seit Jahren ansteigende Wert registriert. Neben den weiteren Anstrengungen der Kooperation Landwirtschaft/Wasserwirtschaft könne wirkliche und dauernde Abhilfe hier nur durch eine generelle Neuregelung des Düngereintrags durch die Landwirtschaft (Änderung der Düngeverordnung) erreicht werden. Peterwitz fordert hier von der Politik nachhaltige Unterstützung ein.