15.11.2018

Lebenbssituation von Kindern

"In Deutschland leben immer weniger Kinder. Ihre derzeitige und zukünftige Lebenssituation wird immer noch entscheidend durch ihre soziale Herkunft geprägt. So steigen die Chancen von Kindern auf hohe Bildungsabschlüsse, wenn die Eltern selbst einen hohen Bildungsstand haben. Kinder aus Elternhäusern mit niedrigerem sozioökonomischem Status haben zudem schlechtere Chancen, gesund aufzuwachsen. Das subjektive Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in den Schulen variiert stark nach Schulform. Trotz guter Wirtschaftslage stagniert der Anteil der armutsgefährdeten Kinder. Kinder und Jugendliche in Haushalten mit alleinerziehenden Müttern oder Vätern sind dabei am stärksten von Armut gefährdet." - Aus dem Sozialbericht 2018, nachzulesen unter: http://www.destatis.de

Antrag zur Aufnahme von Flüchtlingen

Für den nächsten Sozialausschuss stellt die Wählergemeinschaft einen Antrag, 10 aus Seenot geettete Flüchtlinge in Marl aufzunehmen.

Hier unser Antrag : Die Stadt Mal erklärt sich bereit, 10 aus Seenot gerettete Flüchtlinge, aufzunehmen

Begründung:

Europa schottet sich an seinen Aussengrenzen vor Flüchtlingen ab und eine der Folgen ist, dass fast täglich Menschen im Mittelmeer ertrinken. Allein im Juni und Juli sind es mehr als 850 Geflüchtete gewesen. Besonders unwürdig ist das Verhalten der Staaten, die die Rettungsschiffe tagelang herumirren lassen und das Anlegen verweigern, wie es das Beispiel der „Lifeline“ und der „Aquarius“ zeigt. So wird der europäische Gedanke zu Grabe getragen. Gerade die Randale der Rechten in Chemnitz zeigt, wie wichtig es ist klar Position für Menschlichkeit und Solidarität zu zeigen. Wir wollen nicht länger wegsehen und so tun, als ginge uns das Sterben im Mittelmeer nichts an. Menschen zur „Abschreckung“ ertrinken zu lassen, kann keine Lösung sein. Als Zeichen für eine andere Flüchtlingspolitik und der Solidarität mit Menschen in Not erklärt die Stadt Marl sich bereit 10 aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufzunehmen.

08.06.2018

Röttgershof im stand by

Das Hauptthema der Sozialausschusssitzung in den Ratsstuben war der mögliche Abriss, den die CDU beantragt hatte. Als der Bürgermeister die Verwaltungssicht vortrug, der Röttgershof sei unverzichtbar, falls wieder über 1000 Flüchtlinge in Marl unterzubringen seien wie in 2015 und der neue Abteilungsleiter des Sozialamtes den baulichen Zustand des Gebäudes in rosaroten Tönen schilderte, als ob es ein Hotel sei, zog die CDU den Antrag zurück. Wieder einmal hat diese Partei in Marl gezeigt, dass sie eigentlich kein politisches Rückgrat hat, sondern sich wie das berühmte Fähnchen nach der Mehrheit dreht. Auch die Meinung des Vertreters der Grünen Wählergemeinschaft, dass ähnliche Flüchtlingszahlen nicht zu erwarten seien, da die Abschottungspolitik der EU die Fluchtwege grösstenteils versperrt hat, fand kein Gehör. Seit einem Jahr steht diese ehemalige Sammelunterkunft leer, da Marl genügend Kapazitäten in besserem Zustand hat.

Erfolg für Grüne Wählergemeinschaft ?

Der wichtigste Tagesordnungspunkt der Sozialausschuss-Sitzung am Donnerstag, 6. September, 16.00 Uhr in der Ratsstube ist der Antrag den Röttgershof, die ehemalige Flüchtlingsunterkunft an der Langenbochumerstrasse, abzureissen.

Was die Grüne Wählergemeinschaft schon seit Jahren forderte, scheint jetzt auch in den Köpfen der CDU, die den Antrag stellt, angekommen zu sein. Das Gebäude steht seit über einem Jahr leer und ist als Sammelunterkunft für Migranten wegen seiner ländlichen, von der Infrastruktur abgeschnittenen Lage, denkbar schlecht geeignet. Das Primärziel, nämlich Integration der geflüchteten Menschen in unsere Gesellschaft, kann hier nicht errreicht werden. Auch die Bausubstanz ist für die Unterbringung von Menschen  nicht geeignet.

Der Antrag scheint erfolgsversprechend, da sich auch die kleineren Ratsfraktionen dafür ausgesprochen haben.

 

SPD gegen Sozialbericht

Große Koalition beschließt Stillstand

Der Antrag der Grünen Wählergemeinschaft einen aktuellen Sozial - und Familienbericht für Marl erstellen zu lassen, wurde im Sozialausschuss mit Stimmen von SPD und CDU abgelehnt, während die kleinen Parteien dafür stimmten. Der letzte Sozialbericht für Marl stammt aus dem Jahr 2001.
Laut einer Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände leben in unserer Stadt ca 10 000 Menschen von Hartz IV. Erschreckend ist auch, dass die Durchschnittsrente von Frauen 425 € beträgt. Die umfangreiche Analyse der sozialen Situation von Menschen, die in Armut leben, sollte dazu dienen passgenaue Angebote, wie bezahlbare Wohnungen und soziale Einrichtungen, zu entwickeln. Auch die Fachleute von den Wohlfahrtsverbänden wie Christel Grossek, Caritasverband, und Michael Wiese, Diakonie, argumentierten vehement für die Erstellung eines solchen Berichts aus. Das Totschlargument der SPD waren wieder einmal die Kosten von 50 000 Euro, die ein unabhängiges Sozialforschungsinstitut für den Bericht benötigt. Während sie sich in anderen Ausschüssen immer wieder großzügig bei der Bestellung von Gutachten zeigen, verweigern sie hier ihre Mitarbeit.
Erneut hat die Partei, die mit dem Thema Soziale Gerechtigkeit in den Bundestagswahlkampf zieht, gezeigt, wie unglaubwürdig sie ist, wenn es um die Interessen von armen Menschen geht.