Der Atomwahnsinn geht weiter

Heute vor 75 Jahren wurde zum ersten Mal eine Atombombe eingesetzt – mit verheerenden Folgen für die Menschen in Hiroshima. Wenige Jahre später hielt US-Präsident Eisenhower seine berühmte Rede „Atoms for Peace“, mit der er der Welt weismachte, es gäbe eine „friedliche“ Nutzung der Atomenergie – und trug damit zum ersten weltweiten Boom der Atomtechnologie bei. Bis heute sind die sogenannte „zivile Nutzung“ und die militärische Nutzung eng miteinander verknüpft. Eine ganze Reihe Staaten setzen nur deshalb weiter oder sogar neu auf Atomkraftwerke, weil sie damit auch ihr militärisches Atomprogramm vorantreiben können.

„Dual Use Technologie“ nennen Fachleute die Anlagen, die sowohl für die wirtschaftliche als auch für die kriegerische Nutzung der Atomkraft verwendet werden können, etwa Wiederaufarbeitung oder Urananreicherung. Auch der Forschungsreaktor in München-Garching wird mit atomwaffenfähigem hochangereichertem Uran betrieben. Um auf den Zusammenhang hinzuweisen, rufen verschiedene Initiativen für Sonntag, den 9. August, zum Jahrestag der zweiten Atombombe, die Nagasaki auslöschte, zu einer Fahrraddemonstration  zur Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau auf.

.ausgestrahlt hat sich seit seiner Gründung auf den Protest und Widerstand gegen Atomkraftwerke und Atomindustrie konzentriert, wohl wissend, dass es den engen Zusammenhang zu Atomwaffen gibt. Doch da wir eine kleine Organisation sind, die mit ihren begrenzten Ressourcen haushalten muss, waren und sind wir sehr froh, dass sich befreundete Organisationen schwerpunktmäßig gegen Atomwaffen engagieren, etwa IPPNW , ICAN  , die Kampagne „atomwaffenfrei jetzt“ oder das Netzwerk Friedenskooperative.

(Quelle: Newsletter "ausgestrahlt")