15.02.2018

Marler Rat auf der falschen Spur

In Marl gilt entgegen dem neuesten Bundestrend immer noch der Grundsatz einer autogerechten Stadt. Dafür sprechen nicht nur die Zuwächsen beim motorisierten Individualverkehr und die mit dem Verlust des Titels einer fahrradfreundlich Stadt einhergehenden Rückgänge beim Radverkehr. Symptomatisch ist neben der geradezu krankhaften Sucht nach der Ansiedlung von Logistikunternehmen und die dadurch zwangsläufig entstehenden zusätzlichen Verkehre die von der Ratsmehrheit beschlossene Öffnung der Josefa-Lazuga-Straße für den Autoverkehr. Angesichts der gerade verbreiteten Vorstellung der Bundesregierung von einer Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs zur Entlastung der zunehmenden Luftverschmutzung ist dieser Ratsbeschluss die denkbar kontraproduktivste Entscheidung der letzten Zeit.